VfL Vorstand Christian Hofstaetter im Vonovia Ruhrstadion
Christian Hochstätter im Interview

Auf Augenhöhe

Das Warten hat ein Ende: Seit der vergangenen Woche rollt in der zweiten Bundesliga endlich wieder der Ball. Zuhause noch ungeschlagen tut sich der VfL Bochum auf fremden Plätzen derzeit aber noch schwer. „Auswärts kann gerne mehr kommen“, fordert VfL-Vorstand Christian Hochstätter. Im Interview verrät der gebürtige Augsburger, warum der VfL dennoch gut aufgestellt ist und was die Region für ihn besonders macht.

Aktuell liegt der VfL Bochum mit elf Zählern im tabellarischen Mittelfeld – das kommt einem bekannt vor! Herr Hochstätter, was lief Ihrer Ansicht nach gut in dieser Saison und wo muss noch nachgebessert werden?
Vor Beginn der Rückrunde hatten wir im Vergleich zur Vorsaison nur zwei Punkte weniger auf dem Konto. Und das, obwohl wir in dieser Saison enormes Verletzungspech hatten. Die junge Mannschaft hat das aber gut kompensiert. Gerade zuhause haben wir regelmäßig gezeigt, dass wir mit den Spitzenteams mithalten können. Auswärts hätte sicherlich mehr rausspringen dürfen. Verbessern kann man sich immer, gerade bei unseren vielen jungen Spielern ist noch Entwicklungspotential vorhanden. Daran werden wir in der Rückrunde weiter arbeiten.

Bochum setzt in dieser Saison fast ausschließlich auf junge Spieler. Der richtige Weg?
Das war auch zuvor schon erkennbar. Wir haben vom Altersdurchschnitt her die jüngste Mannschaft der zweiten Liga. Es freut uns sehr, dass wir wieder viele Talente in den Profikader integrieren konnten. Das ist unser Weg, den haben wir mit der Neuausrichtung unseres Talentwerks [die Nachwuchsabteilung des VfL, Anm. d. R.] verstärkt eingeschlagen. Ohne erfahrene Spieler geht es dennoch nicht. Ich bin aber überzeugt, dass wir auch in diesem Jahr wieder eine sehr gute Mischung gefunden haben.

15., 11.  und 5. – das sind die Endplatzierungen der drei Spielzeiten, die Sie in der Rolle als Vorstandsmitglied des VfL Bochum 1848 miterlebt haben. Die Tendenz ist eindeutig. Steigt der VfL am Ende der aktuellen Saison also auf?
Führt man die Reihe fort, dann wären wir wohl tatsächlich an der Reihe. Ganz so einfach ist es leider nicht, im Fußball kann man das nicht einfach planen oder vorhersehen. Die zweite Liga ist in dieser Saison qualitativ hochwertig besetzt. Viele Mannschaften möchten aufsteigen. Daher sollten wir zunächst von Spiel zu Spiel schauen.

Hofstaetter im Vonovia Ruhrstadion

An welchen sprichwörtlichen Stellschrauben muss denn noch gedreht werden, damit Bochum wieder in die Nähe der Aufstiegsränge kommt?
In fast jedem Spiel treten wir dominant auf. Das ist unsere Philosophie. Wir müssen aus dem Ballbesitz aber noch mehr Kapital schlagen. Im Vonovia Ruhrstadion hat das schon ganz gut geklappt. Auswärts kann gerne noch mehr kommen als der bislang einzige Sieg in Aue. Auch in der Ferne waren wir oft nah dran an den drei Punkten, haben dann aber zu wenig mitgenommen.

Viele Mitarbeiter von Vonovia feuern die Blau-Weißen auch live an. Sind Sie mit dem aktuellen Zuschauerschnitt zufrieden?
Wir sind für jeden Fan dankbar, der zu uns kommt. Dennoch werden wir weiter daran arbeiten, auch die vielen anderen Bochumer ins Vonovia Ruhrstadion zu bekommen. Das funktioniert vor allem dann, wenn die Mannschaft attraktiven und erfolgreichen Fußball zeigt. Und da sind wir insgesamt seit geraumer Zeit auf dem richtigen Weg. Auch die Heimspiele in dieser Saison haben wieder gezeigt, dass es sich lohnt, diese Mannschaft vor Ort tatkräftig zu unterstützen.

Hand aufs Herz: Warum ist die zweite Bundesliga Ihrer Ansicht nach absolut erstklassig?
Es spielen zahlreiche Traditionsvereine wie der VfL, der 1. FC Nürnberg, 1860 München, der 1. FC Kaiserslautern oder Eintracht Braunschweig in dieser Liga. Die beiden Absteiger aus Stuttgart und Hannover haben zudem riesige Qualität mitgebracht. Auch die Aufsteiger spielen eine starke Rolle. Die Liga ist sehr ausgeglichen, das haben die Ergebnisse der vergangenen Spiele gezeigt. 

Lange Zeit standen Sie selbst auf dem Platz. Wie sehr juckt es Ihnen in den Füßen, wenn’s im Vonovia Ruhrstadion zur Sache geht?
Die eigene Laufbahn ist schon ein paar Jahre her. Aber man weiß als ehemaliger Profi natürlich ganz genau, wie es in den Spielern aussieht, wenn sie kurz vor dem Betreten des Spielfeldes stehen. Das sind ganz besondere Momente.

Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg für die Rückrunde!


Fakten zu Christian Hochstätter:

  • Geboren am 19. Oktober 1963 in Augsburg
  • Verantwortet als Vorstandsmitglied die Bereiche Sport und Kommunikation
  • 339 Bundesligaspiele (55 Tore) für Borussia Mönchengladbach
  • 12 Spiele für den DFB (2 Tore) - zwei Spiele für die A-Mannschaft
 
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